Hallo Karin,
durch die Handaufzucht ist er natürlich ziemlich auf dich geprägt.
Ich weiß zwar jetzt nicht genau was für ein Kreischen du meinst, aber ich denke es handelt sich dabei um die für Küken typischen Bettelrufe, die machen sie wenn sie gefüttert werden möchten.
In einem anderen Betrag hast du ja geschrieben, dass er mit jetzt 9 Wochen noch dreimal am Tag von dir gefüttert wird, das dürfte auch gut sein denn eskann bei Handaufzuchten etwas länger dauern als bei einer Naturbrut bis man sie entwöhnt hat. Aber auch Naturbruten betteln selbstverständlich mit 10 Wochen noch, nur haben die Nymphensitticheltern das alles etwas besser im Gefühl als wir Menschen.
Die Eltern lassen ihre küken hin und wieder auch einfach betteln ohne sie immer gleich zu füttern. Das müssen wir als Ersatzeltern auch machen, aber ohne dass die Küken unterversorgt werden - also hin und wieder mal betteln lassen ist okay. Du musst den Kleinen halt auch an sein normales Futter gewöhnen, wobei du ihm möglichst viel Neues zeigst. Weil die Küken aber auch ihre Zeit brauchen um sich an alles zu gewöhnen bzw. auch daran selbstständig zu futtern, müssen sie weiter gefüttert werden.
Eine Entwöhnung geht schneller voran je mehr Kontakt die Jungen mit anderen erwachsenen Nymphensittichen haben.
Eine Handaufzucht kann durchaus auch noch mit 14 Wochen betteln und freut sich über seinen Brei. In der Regel merkt man das aber auch, wenn sie immer weniger Brei möchten.
Eine regelmäßige Gewichtkontrolle wie du sie machst, ist solang bis ein Küken richtig entwöhnt ist zu empfehlen, daran kann man dann auch leicht erkennen ob sich ein Küken wirklich selbstständig ernährt oder ob es nur so tut als würde es selbstständig fressen.
Übrigens du musst das Kleine nicht nur vom Brei entwöhnen sondern auch von dir. Was nicht heißen soll, dass du es verstoßen sondern lediglich immer mehr mit den anderen zusammen führen sollst.
Dabei wird es dich nicht vergessen, aber doch lernen dass es ein
Nymphensittich und kein Mensch ist.
Ein zu starkes Fixieren auf den Menschen ist nicht gut für einen Vogel und hat Identitätsprobleme zur Folge, welche auch als Fehlprägungen bezeichnet werden.